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Interview mit Jan Kasten, neuer Leader der Industry Manufacturing

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Das Jahr 2023 hat gerade erst begonnen, die Deutsche Wirtschaft scheint gestärkt aus dem letzten Jahr hervorzugehen. Gemeinsam mit Jan Kasten haben wir uns an einen Ausblick gewagt.

Hallo Jan. Du bist bei Cloudflight Industry Leader Manufacturing, also für Kunden aus der industriellen Fertigung, u.a. aus dem Industriezweig aus Maschinen- und Anlagenbau, verantwortlich. Wie siehst du das Jahr 2022? Wie steht unsere Wirtschaft denn aktuell da?

Wenn wir einen Blick auf die Entwicklung bei diesen Kunden, auch branchenübergreifend, werfen und insbesondere das zurückliegende Jahr Revue passieren lassen, dann stellen wir fest: Viele Unternehmen stehen vor den gleichen globalen Herausforderungen, vor denen die gesamte Industrie steht. Dennoch muss man sagen, die Unternehmen, mit denen wir gesprochen haben und mit denen wir Projekte durchführen, sind sich sehr wohl bewusst, dass sie sich auf den digitalen Transformationsweg oder -pfad begeben müssen.

Einige tun das bereits. Auf der anderen Seite stellen wir fest, dass die Unternehmen auch besorgt sind, wie sie ihre Produktionseffizienz erhöhen können, angesichts steigender Produktionskosten. Denn die Kausalkette ist klar: Sie müssen kosteneffizienter produzieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben, überlegen aber gleichzeitig, wie viel sie in Digitalisierung und Automatisierung investieren können. In diesem Prozess können wir sie mit unserem Portfolio-Fokus unterstützen.

Es ist also durchaus ambivalent zu betrachten. Es gibt viel Push im Markt, viel Bereitschaft in die Digitalisierung und Digitalisierungsvorhaben zu investieren, gleichzeitig aber wird vorsichtig und schrittweise agiert und immer die allgemeine wirtschaftliche Umgebung beobachtet.

Wo siehst du die größten Herausforderungen in 2023, die mittelständische Unternehmen besonders beschäftigen werden?

Die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die du ansprichst, die stehen natürlich schon, sagen wir mal, auch vor globalen Herausforderungen, also den weltwirtschaftlichen. Also wenn wir uns den Bereich Außenwirtschaft angucken, dann können wir feststellen: Es ist nach wie vor schwierig für die Unternehmen, auch insbesondere in den USA zu investieren, durch die protektionistischen Tendenzen, die da nach wie vor auch unter Präsident Biden herrschen.

Auf der anderen Seite wird mit Argwohn auch in Richtung China geguckt: Wie entwickelt sich dort der Absatzmarkt? Gibt es dort Möglichkeiten, auch Kapazitäten aufzubauen? Das ist insofern ein interessanter Trend, als dass man ja auch als Erkenntnis aus der Corona-Krise festgestellt hat, dass es gut wäre, Teile oder alle Fertigungskapazitäten wieder in das eigene Land zurückzuholen, trotzdem wird geguckt: Wohin können wir Kapazitäten verlagern? Wie können wir an Produktionsstandorten effizienter arbeiten und ob man mit weniger Personal auskommen wird?

Wir zeigen Wege auf, in den meisten Projekten, wie man in der Lage ist, einfach auch seine eigenen Projekte als Kunde on-Time und on-Budget zu schaffen. Diese Lösungswege, die wir aufzeigen, die führen dann natürlich auch zu effizienteren technischen Lösungen, die dann eingesetzt werden können und (sagen wir mal auch) das tägliche Arbeitsleben des Werkers erleichtern.

Welche der vielen Lösungsansätze würdest du empfehlen? Welche Maßnahmen und Strategien wären denn essenziell für das Sichern der Zukunft?

Auch auf die Gefahr hin, dass es nach einer Plattitüde klingt. Aus den Gesprächen und aus den Erfahrungen in den Projekten, zeigt sich eindeutig:
Bei vielen Unternehmen stehen Generationswechsel an. Da wird jetzt bereits intensiv um Nachwuchs gekämpft, um neue Leute, die die bekannten Aufgaben leisten können. Gleichzeitig geht es auch darum die im Rahmen der digitalen Transformation neu entstehenden Rollen und Verantwortung in der Fertigung passend zu besetzen.

Der langjährige Arbeitnehmer steht möglicherweise vor der wohlverdienten Rente oder vor dem Ruhestand. Die Unternehmen prüfen deshalb, ob sie die Arbeitsprozesse so weiterführen können und wollen, auch ohne langjährig bewährte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie stellen sich die Fragen: Wie müssen wir den Arbeitsplatz der Zukunft eigentlich verändern? Welche Rahmenbedingungen, ja Randbedingungen müssen wir schaffen, insbesondere in Bezug auf die Gegebenheiten in der Fertigung?

Intelligente, technische Lösungen aus dem Bereich des Industrial IoT können unterstützen, effizienter und anders zu werden. Die nachfolgenden AbsolventInnen kommen mit dem Wissen um die neuesten Methoden und aktuelle Technologien in die Unternehmen. Investitionen in das eigene entsprechende Personal werden also immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Eine weitere Fragestellung in vielen Industriezweigen, auch und insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau, ist, wie erreiche ich meine Kunden über andere Kanäle, zum Beispiel über digitale Plattformen oder mit entsprechenden Mehrwertdiensten. Dieses Thema wird nach wie vor den großen digitalen Playern überlassen. Dort fehlen oft die interessanten, branchenspezifischen oder intelligenten Plattformalternativen, die angeboten werden können. Auch da können wir in den Gesprächen mit Kunden sicherlich den einen oder anderen Impuls setzen. Das wollen wir gerne auch im nächsten Jahr tun.

 

Vielen Dank für deine Einschätzung!

Jan Kasten ist seit 2019 bei macio Prokurist und für den Bereich Digitalisierung in der Produktion verantwortlich. 

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