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Transparenz in der Produktion

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Die Zukunft der Produktion ist digital. Was dies für produzierende Unternehmen bedeutet, welche Herausforderungen es zu lösen gilt, hat Caroline Genschmer, Verantwortliche für die Digitalisierung in der Produktion bei macio, im Interview erläutert.

Digitaler werden, bedeutet vor allem eines: Transparenz schaffen.

Aktuell hat quasi jedes Unternehmen ein Digitalisierungsprojekt, jedes vierte mittelständige Unternehmen stellt digitale Services für Kunden und Lieferanten bereit. Wie schaffen mittelständige Unternehmen den Sprung?

 

Welche Bedeutung hat Transparenz im Produktionsprozess?

Das lässt sich aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, denn je nach Rolle im Produktionsprozess, können die Bedürfnisse nach Transparenz unterschiedlich sein. WerkerInnen auf der Fläche haben beispielsweise andere Anforderungen an Informationen und Vorgänge, die zugänglich gemacht werden, als die Produktionsleitung und Verantwortliche für Operations.

Darüber hinaus lässt sich festhalten, dass Transparenz wichtig ist, um einen Überblick über den Gesundheitszustand einer Produktion zu behalten. Häufig werden hierbei Kennzahlen als Mittel der Wahl bevorzugt, auch wenn die Ursachen und Gründe, die zu dem Ergebnis der Kennzahlen führen und die die wirkliche Transparenz ausmachen, nicht sichtbar werden. Darüber hinaus ist Transparenz die Grundlage für kontinuierliche Verbesserung (KVP). Insbesondere mit Blick auf Fehler und Optimierungspotenzial ist Transparenz wichtig. Nur so können Veränderungen initiiert und ihre Auswirkungen sichtbar werden. Ohne Transparenz geraten Produktionsprozesse ins Stocken, Kommunikationsaufwände steigen, Engpässe werden zu spät erkannt und die Qualität insgesamt leidet.

 

Welche grundsätzlichen Hürden gibt es in Produktionsprozessen?

Es gibt diverse Hürden auf verschiedenen Ebenen, die mal größeren Einfluss auf die Produktion haben und mal geringeren. Da sind materielle Hürden, wenn z.B. Material- oder Lieferengpässe den Produktionsablauf stören. Personalmangel ist im Zuge von Corona und auch aufgrund des Fachkräftemangels eine aktuelle große Hürde. Es gibt aber auch Hürden wie die Einstellung und Bereitschaft zu Veränderungen und zu Themen wie Digitalisierung und Automatisierung, die das Schritthalten und den reibungslosen Produktionsablauf beeinträchtigen. Gewachsene Kommunikationsstrukturen und lückenhafte Informationsflüsse sind altbekannte Hürden, genauso wie Störeinflüsse durch beispielweise Chefaufträge oder eine unzuverlässige Produktionsplanung, die die Produktionsprozesse beeinträchtigen.

 

Wie kann mehr Transparenz in Produktionsprozessen erreicht werden?

Durch Kommunikation und die damit einhergehende Bereitstellung und Verteilung von Informationen, unter anderem in regelmäßigen Gesprächsrunden wie z.B. Shopfloor-Meetings, aber auch durch Digitalisierung und die Vernetzung nach innen und außen. Verfügbare Daten und Informationen über Prozesse sind eine wichtige Voraussetzung für Transparenz. Sie zu schaffen, ist technisch nicht die Herausforderung, Mut und Wille zu dieser Transparenz sind deutlich schwieriger.

 

Welche Ansätze gibt es, um Wertströme sichtbar zu machen?

Ein typisches und bewährtes Werkzeug dafür ist die Wertstromanalyse. Dort werden alle Prozesse aufgenommen, visualisiert und Zusammenhänge, bzw. Abhängigkeiten aufgezeigt. Die Wirkzusammenhänge darzustellen hilft, Bewusstsein zu schaffen und Maßnahmen abzuleiten, die Optimierungspotentiale heben.

 Caroline Genschmer ist Verantwortliche für den Bereich Digitalisierung in der Produktion bei macio.

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